Glückliche Tage

Beckett experimentierte hier, wie aus aus einem Monolog dramatische Spannung entstehen kann, ausgehend von Winnie, die im 1. Akt bis zu Hüfte und im 2. Akt bis zum Hals in einem Erdhügel steckt. Die Sprache ruft alles das hervor, was eigentlich nicht mehr da ist. Beckett hatte sogar beschwichtigende Redewendungen und Floskeln gesammelt, die hier zum Einsatz kommen. Winnie ergeht sich in Erinnerungen, Alltäglichem und plappert scheinbar zusammenhanglos daher, doch liegt dem ganzen Text das Muster der Angst vor dem nicht Gehört- bzw. Verstandenwerden zugrunde. Verfasst wurde das Stück 1961 unter dem Titel Happy Days in Englischer Sprache.

Zum Autor

Samuel Beckett, geboren am 13. April 1906 im Dubliner Vorort Foxrock, gestorben am 22. Dezember 1989 in Paris. Ab 1937 lebt er hauptsächlich in Paris. Ein großer Teil seines Werks ist französisch verfasst. 1969 erhälte er den Literaturnobelpreis. Dramen: Warten auf Godot, Endspiel, Glückliche Tage. Romane: Murphy, Watt, Molloy-Trilogie, Wie es ist.

Zur Probenarbeit

Die Textarbeit als solche ist beendet. Jetzt arbeiten wir an Präzisierungen, Textsicherheit und Szenischem. Gleichzeitig legen wir Stimmungen und Ausdrucksmöglichkeiten fest - mimisch und stimmlich, soweit möglich auch gestisch. Der Umgang mit diversen Objekten wird verfeinert. Die Einhaltung von Pausen ist sehr wichtig, da sie ein wesentliches gestalterisches Element sind. Willie hat zwar kaum Text, aber gerade im 1. Akt viel Interaktion in Form von Bemerkungen, Aktivitäten und Geräuschen, wobei er für's Publikum kaum sichtbar ist; daraus ergibt sich die Schwierigkeit im Erkennen, wann er aktiv werden muss. Seine Interaktionen - genau synchronisiert - mit Winnie erzeugen die gewisse Komik im Ablauf.

Besetzung

Winnie..Monika Cargnelli
Willie..Helmut Schada
Regie..Karl Holzer